Leistungsspangenabnahme im Parkstadion Baunatal


Wer in den letzten Monaten abends am Feuerwehrhaus Altenbauna vorbeigefahren ist, hat sich vielleicht über dumpfe Hammerschläge oder verschwitzte Feuerwehrleute gewundert. Dahinter steckten die Vorbereitungen einiger Kameraden aus dem Stadtteil Großenritte, die es sich zum Ziel gemacht hatten, an der FirefighterCombat Challenge in Berlin teilzunehmen.
Hinter diesem Wettkampf, an dem Feuerwehrleute aus ganz Europa teilnehmen, verbirgt sich ein Parcours, der mit kompletter Feuerwehrschutzkleidung und angeschlossenem Atemschutzgerät, schnellstmöglich überwunden werden muss. Dieser Parcours wurde ursprünglich von einer Universität in den USA entwickelt, um die Belastungen, die auf Feuerwehrmänner und –Frauen im Einsatzgeschehen einwirken, simuliert werden. Letztendlich entwickelte sich daraus ein Wettkampf, der aus Übersee seinen Weg nach Europa fand und in diesem Jahr auf dem Breitscheidplatz in Berlin stattfand. Die schnellsten Teilnehmer dieses Wettkampfes qualifizieren sich automatisch für die Weltmeisterschaft, die in den USA ausgetragen wird.


Die Baunataler Kameraden während des Wettkampfs …

Zu Beginn des Parcours muss zunächst ein 19kg schweres Schlauchpaket auf einen 12m hohen Turm getragen werden. Im Anschluss daran muss ein 19kg schwerer, an einer Feuerwehrleine angebundener Schlauch auf den Turm hochgezogen werden. Danach geht es die Treppen wieder herunter, bevor mit einem Vorschlaghammer ein 72,5kg schweres Gewicht über eine Strecke von 1,50m geschlagen werden muss. Als nächstes muss eine ca. 40m lange Slalomstrecke umlaufen werden, an deren Ende ein mit Wasser gefüllter Schlauch 20m weit ausgezogen werden muss, um im Anschluss eine Fallklappe umzuspritzen. Nachdem das Ziel getroffen wurde, muss als letzte Aufgabe ein ca. 80kg schwerer Dummy über eine Strecke von 30m bis über die Ziellinie transportiert werden. Bevor aber für diesen Wettkampf trainiert werden konnte, mussten zunächst einige Wettkampfgeräte nachgebaut werden. So wurden von den Teilnehmern die Schlauchpakete zusammengestellt und gewogen, eine Hammerschlagmaschine wurde, in Anlehnung an das Original, nachgebaut und ein passender Vorschlaghammer angeschafft.


Die Baunataler Kameraden während des Wettkampfs …

Danach wurde trainiert. An insgesamt 3 Tagen in der Woche trafen sich die Kameraden Manuel Leja, Daniel Icke, Mario Baumann, Stefan Hempel, Maximilian Siebert, Pascal Puplicks und Sascha Kümper um, neben dem normalen Übungsdienst, abwechselnd Kraft, Ausdauer und den Wettkampfparcours zu trainieren. Insgesamt kam so innerhalb eines Vierteljahres die stattliche Summe von über 200 geleisteten Stunden zusammen. Gut vorbereitet konnte dann nach Berlin gestartet werden. Leider musste Kamerad Puplicks kurzfristig die Teilnahme absagen, da er sich verletzt hatte. Zur Unterstützung begleitete er aber, wie auch eine Gruppe weiblicher Fans, die restlichen Starter nach Berlin. Nach der Anmeldung am ersten Wettkampftag wurden zunächst der Wettkampfplatz und die Gegebenheiten vor Ort unter die Lupe genommen, damit alle gut auf ihren Start am nächsten Tag vorbereitet waren.


Die Baunataler Kameraden während des Wettkampfs …

Am nächsten Tag ging es dann mit dem Staffelstart los, bei dem der Parcours unter 5 Teilnehmern aufgeteilt wird. Es deutete sich bereits an, dass sich unser Training gelohnt hatte: Mit einer Zeit von 02:03,94 landeten wir auf Platz 23 von 46 Startern. Ein gutes Ergebnis für das erste Jahr, das im nächsten mit Sicherheit ausgebaut werden kann. In den Einzelwertungen konnten alle Teilnehmer ihre Trainingszeiten bestätigen und waren nach ihrem Lauf sichtlich zufrieden, wenn auch erschöpft. Vor allem aber Kamerad Maximilian Siebert konnte glänzen, der mit einer Zeit von 01:56,34 in die „Hall of Fame“, den sogenannten „Club unter 2 Minuten“, aufgenommen wurde und in seiner Altersklasse den 3. Platz belegte!


Gruppenbild der Teilnehmer

Abschließend kann man sagen, dass das komplette Team mit seinen Leistungen sehr zufrieden sein kann. Schließlich konnte man in der Team-Wertung sogar die Lokalrivalen der Berufsfeuerwehr Kassel hinter sich lassen. Neben dem sportlichen Erfolg muss aber auch noch ein anderer Aspekt hervorgehoben werden: Durch den enormen Zeitaufwand in den letzten Monaten und den vielen gemeinsamen Trainings und anderen Treffen, wird so ein Team zusammengeschweißt. Die Kameradschaft untereinander ist durch dieses Projekt sicherlich gestärkt worden. An dieser Stelle dürfen natürlich auch all diejenigen nicht vergessen werden, die uns bei unserem Projekt „Firefighter Challenge“ unterstützt haben: Zum einen die Kameraden, die uns mit Material versorgt haben oder uns bei unserer Heimkehr großartig empfangen haben und insbesondere unsere Freundinnen und Familien, die in dieser Zeit öfter auf uns verzichten mussten. Für das nächste Jahr steht schon jetzt fest, dass wir wieder an der Firefighter Combat Challenge teilnehmen werden. Bei wem wir Interesse geweckt haben, sei es mit nach Berlin zu fahren oder selbst teilzunehmen, kann sich gern bei einem der Team-Mitglieder melden.