Feuerwehr Altenritte besichtigte Weinbergbunker Kassel


Am  Montag den 13 Februar 2012, unternahm die Feuerwehr Altenritte einen Ausflug der besonderen Art! Statt sich den Feuerwehr-Dienstvorschriften zu widmen, fuhren 28 Aktive und Freunde der Feuerwehr Altenritte nach Kassel. Das Ziel war die Frankfurter Straße am Weinberg. Der dortige „Weinbergbunker“.   

Viele von uns fahren regelmäßig dort vorbei. Doch welche Besonderheit sich hinter den Stahltüren verbirgt, ist den Meisten gar nicht bewusst! In einer zweistündigen Führung geleitet durch die Berufsfeuerwehr Kassel, hörten wir spannende Geschichten rund um den Weinbergbunker. So manch einem lief eine Gänsehaut den Rücken runter als die wahren Gegebenheiten der Kriegsjahre, zusammen mit dem originalen Schauplatz auf uns einwirkten!
Sicherlich waren die Kriegsjahre die größte Herausforderung in der über 200 jährigen Geschichte des Bunkers. Bis zu  zehntausend Menschen wurden bei den Bombenangriffen auf Kassel in dem Bunker betreut! Obwohl dieser nur für ca. 3500 Menschen gebaut wurde! Für alle von uns nur schwer vorzustellen wie diese Zeit gewesen ist! Auch unter einfachsten Mitteln funktionierte das Zusammenleben der Menschen im Bunker sehr gut. Denn zu dieser Zeit waren die Ansprüche sehr gering und Leben und Tod lagen eng beieinander!

Der einst als Weinanbau genutzte Berg hatte viele Gesichter im Laufe der Zeit. So wurden lange Zeit die Stollen als Bierlager genutzt. Durch die Beschaffenheit im inneren des Berges, sind Konstante Temperaturen gegeben. Durch einfahren von Eis im Frühjahr, hielt dieses sich über den ganzen Sommer hinweg und kühlte die dort gelagerten Bierfässer der Brauereien.
In den sechziger Jahren gab es eine bekannte Champignonszucht. Hierzu wurde Pferdemist in die Stollen gefahren. Die ideale Luftfeuchtigkeit, die Temperatur und der Pferdemist garantierten den Wachstum der Pilze.  
Nach dem es in den Siebzigern und Achtzigern etwas ruhiger um den Weinbergbunker geworden war, kam er 1992 wieder in die Schlagzeilen! Im Stollen wurde eine illegale Techno-Party gefeiert. In dem Stollensystem feierten damals rund 450 Personen direkt unter dem Elisabeth-Krankenhaus und sorgten damit für Aufregung!

Um die Geschichten rund um den Weinberg weiter zu geben, wurden in den letzten Jahren regelmäßige Führungen durchgeführt. Im September 2012 wird das Stollensystem von der Kunstausstellung Documenta (13) genutzt. Danach ist die Zukunft des Bunkers ungewiss, was weitere Führungen angeht! Unser Dank geht an das Team der Berufsfeuerwehr Kassel für die Erlebnisreiche und spannende Führung!


Torsten Balk von der Berufsfeuerwehr Kassel erklärt das Stollensystem des Bunkers


Gruppenfoto der Teilnehmer

 

Text und Bilder: Mirko Gibhardt, Feuerwehr Baunatal Altenritte