Jahreshauptversammlung 2014 und Fahrzeugübergabe


Stadtbrandinspektor Dirk Wicke begrüßte 107 aktive Kameraden und zahlreiche geladene Gäste, Ehrengäste und auch viele Mitarbeiter der Stadtverwaltung zur Jahreshauptversammlung in der Stadthalle Baunatal, mit den Worten „wir haben über 55100 Stunden für das Wohl der Baunataler Bürger geleistet“.  Eine beachtliche Zahl, wenn man bedenkt, dass dies alles ehrenamtlich geschieht!
Daher ging sein besonderer Dank an all diejenigen, die diese Arbeit geleistet haben. Aber natürlich ging der Dank auch an die städtischen Gremien, die alle erforderlichen finanziellen Mittel gestellt haben und für die gute Zusammenarbeit.
Unter den Mitgliedern der Einsatzabteilung befand sich an diesem Tag auch wieder ein Geburtstagskind. Marie Gajewski, war an ihrem 23. Geburtstag zur Jahreshauptversammlung gekommen.
In seiner Gruß Rede erwähnte Bürgermeister Manfred Schaub, dass doch zahlreiche hochrangige Mitglieder des Baunataler Rathauses anwesend sein und damit ein reges Interesse zeigen für die Arbeit der Feuerwehr. Er eröffnete die Rede mit Zahlen und Fakten, die dem heutzutage allgegenwärtigen Problem der Wahrnehmung in der Öffentlichkeit entgegen zu wirken. Die Stadt gebe in diesem Jahr rund 10 Mio. Euro für das neue Polizeigebäude und den Um-und Anbau der Feuerwache aus, also für die Sicherheit der Bürger in der Stadt. Darüber hinaus stünden in den Haushalten 2014/2015 insgesamt 2,7 Mio. € allein für die Feuerwehr, die unter anderem für Beschaffung für neue verbesserte Schutzkleidung, neue Fahrzeuge und Geräte bereitgestellt werden.

Er schnitt in diesem Zusammenhang das Thema Beschaffungen an, die mitunter sehr lange dauern, dies aber, weil man vorsichtiger sein müsse bei Ausschreibungen. Es gäbe immer mehr zu beachten und immer mehr Fallstricke und auch eine weitere (teilweise europaweit notwendige) Ausschreibepflicht. Leider könne das im Empfinden der Betroffenen zu Verstimmungen führen, weil die das Gefühl erlangen, dass nichts voran ginge. Diese vermehrte Bürokratie sei aber schuld daran.

Man habe aber doch einiges auf den Weg gebracht, so komme im Frühjahr der neue Einsatzleitwagen für Altenbauna, auch das LF-Logistik für Rengershausen kann bestellt werden und auch ein zweites Wechselladerfahrzeug als Ersatz für den alten Gerätewagen Gefahrgut und auch ein neues LF 10 für Altenritte können ausgeschrieben werden.
In 2014 wurden auch die zwei neuen Wärmebildkameras angeschafft, die er für extrem wichtig halte.
Aber auch neue Atemschutzgeräte und Kindersitzschalen für Feuerwehrfahrzeuge, was zeige, dass man neue Wege in der Feuerwehr gehe, mit der Kinderfeuerwehr.
Sein besonderer Dank ging an Klaus Ullrich als Stadtjugendfeuerwehrwart, der sich verantwortlich zeigt für die viele Jugendarbeit in der Feuerwehr und an die Stadtbrandinspektoren Dirk Wicke und sein Stellvertreter Ralf Hülsbeck, die eine enorme Verantwortung übernehmen.

Es gab aber nicht nur Lob, sondern auch kritische Punkte, die er in seiner Rede ansprach, so z.B. dass es jetzt von Stadtverwaltung und Feuerwehr gemeinsame Bemühungen gibt, die Aufgabe, die die Feuerwehr für die Gemeinschaft der Bürger hat, auch weiterhin sicher zu stellen. Es gebe leider zu viele, die sich zurücklehnen und sagen „es macht schon irgendjemand!“, obwohl eigentlich jeder Bürger eine Verpflichtung für die Allgemeinheit einzustehen. Aus diesem Grund habe man sich entschieden mehr Öffentlichkeitsarbeit zu machen und es wurde eine Arbeitsgruppe gegründet, die mehr auf die Mitarbeit in der Feuerwehr aufmerksam machen soll. Diesbezüglich werde auch der Tag des Helfers am 21. Juni auf dem Marktplatz-und Europaplatz stattfinden, wo sich alles um die Arbeit der Feuerwehr und der anderen Baunataler Rettungs-und Sicherheitsorganisationen drehe. Ziel sei es ganz klar, sich hier nicht nur zu präsentieren, sondern auch neue Leute für die Arbeit in der Feuerwehr begeistern zu können.
Als nächste Projekte stünden in den Gremien die Besprechung des von der Arbeitsgruppe für den Bedarfs-und Entwicklungsplan erarbeiteten Punkte an, und auch die Erweiterung des Feuerwehrhauses Großenritte werde in Angriff genommen, da hier der Personalstand erfreulich gut ist und der Platz nicht mehr ausreiche.
Als nächstes berichtete SBI Wicke über die Arbeit der Feuerwehr im Berichtsjahr 2014. Die Feuerwehr verfüge derzeit über 4 Kinder in der Kinderfeuerwehr, 115 Jugendliche in der Jugendfeuerwehr, 216 Aktive in der Einsatzabteilung und 78 in der Alters-und Ehrenabteilung.

Insgesamt fuhr die Feuerwehr zu 349 Einsätzen. Diese gliedern sich in 77 Brandeinsätze, 153 Hilfeleistungen, 23 nachbarschaftliche Hilfen, 97 Brandsicherheitsdienste, 3 blinde und böswillige Alarme und 8 sonstige Einsätze.
Die hohe Anzahl der nachbarschaftlichen Hilfen, kommt in erster Linie durch das Hochwasser in Kassel zustande, bei dem die Baunataler Kameraden fast eine ganze Nacht und einen ganzen Tag im Kasseler Stadtgebiet die Kameraden dort unterstützten. Bei den Hilfeleistungen sind auch Gefahrguteinsätze inbegriffen, von denen es 3 im vergangen Jahr gab.
Spektakulärster Einsatz war im Januar 2014 der Brand in der Fleischerei Krug, bei dem 60 Brandschützer rund 3 Stunden gefordert waren. Ansonsten waren die weiteren am meisten fordernden Einsätze überwiegend zahlreiche Verkehrsunfälle und dies mehrheitlich auf der A49.

Der nicht alltäglichste Einsatz war ein Kleinkind, welches sich auf dem Parkdeck des Ratios bei sommerlich heißen Temperaturen in einem PKW durch technischen Defekt eingeschlossen war.
Ein weiterer besonderer Einsatz war kurz vor Weihnachten der Gefahrguteinsatz auf der A7 bei Göttingen, wo 8 Kameraden aus Baunatal fast den ganzen Tag zusammen mit weiteren Einheiten aus Stadt und Landkreis Kassel die Feuerwehren vor Ort mit Chemiekalienschutzanzug Trägern unterstützte.
An insgesamt 177 Schulungen und Lehrgängen wurde teilgenommen. Eine besonders hohe Zahl in diesem Jahr. Dies erklärt sich aus der notwendig gewordenen Endanwenderumschulung auf den Digitalfunk für alle Sprechfunkberechtigten. Diese machten allein 71 an Zahl aus.

75 Lehrgänge wurden auf Kreisebene besucht und 27 auf der hessischen Landesfeuerwehrschule.
In Baunatal fanden 3 CSA-Lehrgänge auf kreisebene statt und 6 Endanwender Umschulungen für den Digitalfunk.
Bei den Beschaffungen in 2014 erwähnte er den neuen Gabelstapler für den Stützpunkt, Nass-/Trockensauger, Funkmeldeempfänger, die zwei schon erwähnten Wärmebildkameras und Atemschutzgeräte, ein LED Großflächenbeleuchtungsgerät, 6 Multifunktionsdrucker für die Feuerwehrhäuser und eine Atemschutznotfalltasche.
Einige der gemeinschaftlichen Veranstaltungen der Feuerwehr Baunatal zählte Wicke in seinem Bericht auf, so z.B. das Skatturnier in Altenritte, einen Besuch auf der Kinderkrebsstation eines Kasseler Krankenhauses wurde besucht und mit den Kindern Feuerwehrautos gebastelt. Das TFA Team hat bundesweit die Feuerwehr Baunatal sehr erfolgreich vertreten. Auch nahmen wieder 3 Teams an den Feuerwehrleistungsübungen teil und errangen die verschiedensten Leistungsgrade des Abzeichens. Ebenfalls nahmen einige Kameradinnen und Kameraden an der Veranstaltung „Fit fürs Feuer“ in der Nähe von Gießen teil. Die Feuerwehr präsentierte sich beim Sommerfest am Heim der Nationen. Beim Stadtfest und den Radsportmeisterschaften wurde ein gemeinsamer Schichtdienst für den Brandschutz geleistet, allein dort über 1100 Stunden. Hinzu kommen zahlreiche gemeinschaftliche Übungsdienst und Alarmübungen und auch die im letzten Jahr in Guntershausen stattgefundene Sternübung aller Baunataler Wehren.

Großer Dank ging an Christian Kühn, der als Verantwortlicher dazu beigetragen hat, dass seit Dezember 2014 in Bauanatal an den Einsatzstellen jetzt digital gefunkt wird.
Einen weiteren besonderen Dank richtete er an den im Sommer 2014 neu gewählten Stellvertreter seiner Selbst Ralf Hülsbeck, der bereits sehr gute Arbeit geleistet hat und Dirk Wicke gut unterstützt und entlastet.
Für die regelmäßige Brandschutzfrühaufklärung in den Baunataler Kindergärten, dankte Wicke Jan Rämisch als Verantwortlichen und überreichte ihm für seine Arbeit einen neuen Overheadprojektor.


Den vielen teilweise neuen Arbeitsgruppen gilt ebenfalls sein Dank, so z.B. der für die neue Schutzbekleidung, für die Einführung einer einheitlichen Hohlstrahlrohrtechnik, der Öffentlichkeitsarbeit, Atemschutznotfallkonzept und Bedarfs-und Entwicklungsplan. Letztere hat jüngst unter Stefan Rohde extrem viel Arbeit dar herein investiert, die zukünftigen Herausforderungen und Belange der Feuerwehr herauszuarbeiten und hierfür eine Art Masterplan zur Sicherstellung deren Bewältigung zu konzipieren.

Für die besonders gute Zusammenarbeit rund um die Umbau-und Neubaumaßnahmen an dem zentralen Feuerwehrhaus in Altenbauna wurden Frau Zenke vom Bauamt und Herr Steuerwald vom zuständigen Amt für die Feuerwehr im Rathaus mit Blumengeschenken bedacht.

Zum Schluss seines Berichtes kam er aber auch auf ein weniger schönes Thema zu sprechen. In 2014 hat die Feuerwehr Baunatal, die Stadtteilfeuerwehr in Hertingshausen verloren. Ein Zustand der sehr schmerzt und der schnellstmöglich geändert werden soll. Aus diesem Grund hat man in der Führung zusammen mit dem dortigen Feuerwehrverein und der Stadtverwaltung erste Gespräche aufgenommen und ist festen Willens die dortige Stadtteilwehr wieder schlagkräftig aufzubauen.

Stadtjugendfeuerwehrwart Klaus Ullrich  berichtet über einen aktuellen Mitgliederstand in der Jugendfeuerwehr von 25 Mädchen und 80 Jungen. 10 neue Jugendliche konnten von einem Wechsel aus der Kinderfeuerwehr hinzugewonnen werden und 7 Jugendliche übergab man an die Einsatzabteilung zu deren Verstärkung.
Insgesamt leistete die Jugendfeuerwehr 18293 Stunden. Auch diese eine beachtliche Zahl. Resultieren tut diese Zahl aus mannigfaltigen Aktivitäten. So werden nicht nur Übungsabende für den feuerwehrtechnischen Dienst durchgeführt. Jugendfeuerwehr ist viel mehr. Es werden am Jahresanfang die ausgedienten Weihnachtsbäume eingesammelt. Ebenso bestehen Patenschaften für die Sauberkeit rund um die Glascontainer in Baunatal und auch an der Aktion „Sauberhaftes Baunatal“ steht alljährlich auf dem Programm. Lustige Spiele wurden durchgeführt, das Sportbad besucht, Grill-und DVD-Abende durchgeführt. Bei der Jahreshauptversammlung des Kreisjugendfeuerwehrverbandes wurde teilgenommen und man erhielt dort eine Prämierung. Natürlich kamen auch die Wettkampfaktivitäten nicht zu kurz, bei denen die Jugendlichen zeigen können, was sie so alles drauf haben. Neben dem Knotenwettkampf in Großenritte, sin dies der Baunatal Pokal am Parkstadion und die Leistungsspangenabnahme.
In Großenritte feierte die Jugendfeuerwehr ihr 40 jähriges Bestehen.

Am Aktionstag der hessischen Jugendfeuerwehren in Marburg stattete man einen Besuch ab.
An der Theodor-Heuss-Schule und an der Erich-Kästner-Schule beteiligte man sich an der Aktion „Komm mach mit“, bei der man auf Nachwuchsgewinnung geht.
Die Großenritter Jugendfeuerwehr fuhr sogar auf das Bundesjugendzeltlager nach München.
In Baunatal wurde auch der Vorentscheid zum Bundeswettbewerb der Jugendfeuerwehren durchgeführt, bei dem sich die Jugendfeuerwehr Rengershausen mit einem zweiten Platz für den Landesentscheid in Korbach qualifizieren konnte, bei dem sie einen guten Mittelfeldplatz belegten.

Zahlreiche Teilnehmer gab es auch bei der Abnahme zur Jugendflamme Stufe 1 und Stufe 2, bei der Alle ihre Auszeichnung erhielten.
In den einzelnen Stadtteilen gehören ebenfalls schon zum fast festen jährlichen Programm, die sogenannten BF-Tage, bei denen die Jugendlichen 24 Stunden bei der Feuerwehr realistisch erleben dürfen.
Als neue Kassenprüfer wurden aus Altenritte der Kamerad Daniel Wetzig und aus Kirchbauna der Kamerad Nicolai Dippel für die nächsten zwei Jahre gewählt.
Bei den Ehrungen gab es eine ganze Reihe von Auszeichnungen für 25 Jahre und 40 Jahre aktiven Feuerwehrdienst.
Für 40 Jahre wurden geehrt: Frank Siebert, Ingo Schumacher, Jochen Bahrke und der leider nicht anwesende Thomas Wicke.
Für 25 Jahre wurden geehrt: Heiko Wicke, Michael Noack, Karsten Möller, Jan Norwig und nachgeholt vom letzten Jahr Michael Siebert. Ebenfalls nicht anwesend erhält auch Michael Przechacki die Ehrung für 25 Jahre.

Im Rahmen der Ehrungen wurden erstmalig auch neue Mitglieder der Einsatzabteilung begrüßt, egal ob aus der Jugendfeuerwehr übergetreten oder als Quereinsteiger neu dabei. Dies sind in dem vergangenen Berichtsjahr: Tim Rotenburger, Jonas Bahr, Timo Scheiter, Nadine Kaiser, Florian Schmidt und Daniel Weber.

Grußworte gab es zum Schluss der JHV von dem stellvertretenden Kreisbrandinspektor Christian Fischer, Kreisbrandmeister Uwe Kreisel, dem Kameraden Klaus Baumann aus Schauenburg und dem ersten Vorsitzenden des Kreisfeuerwehrverbandes Kassel-Land, Norbert Damm.

Im Anschluss an die Versammlung wurde noch das neue Hilfeleistungslöschfahrzeug 10 der Feuerwehr Großenritte offiziell übergeben.