Feuerwehr und Rettungsdienst absolvieren gemeinsames Stationstraining


Die Feuerwehr und der Rettungsdienst werden gemeinsam zu einer Vielzahl von Einsätzen alarmiert. Um die Zusammenarbeit beider Organisationen stets zu verbessern, fand am Samstag, den 25.07.2015 eine gemeinsame Stationsausbildung statt. Hierbei galt es bei verschiedenen, realitätsnah gestalteten Szenarien bereits erlerntes Wissen sowie verschiedenen Handlungsabläufe zu festigen und die gemeinsame Patientenrettung zu optimieren.

An dieser Stationsausbildung nahmen die Kameradinnen und Kameraden der Stadtteile Altenritte und Großenritte, sowie zwei Teams mit Rettungsdienstauszubildenden des ASB Regionalverband Kassel Nordhessen teil. Die Übungsleiter Mirko Gibhardt, Philipp Wagner (Feuerwehr Baunatal) und Nina Zängerle (ASB Regionalverband Kassel Nordhessen) bereiteten insgesamt 4 größere, verschiedene „Einsatzszenarien“ mit unterschiedlichen Aufgaben und Herausforderungen vor.

Mit Lebensmittelfarbe und einigen anderen kleinen Hilfsmitteln, schminkte eine weitere Helferin vom ASB die Patienten entsprechend und ermöglichte so, realistisch aussehende „Einsatzstellen“.
An jeder Station kontrollierten Beobachter der Feuerwehr und des ASB den Ablauf und gaben im Anschluss direkt ein Feedback.
Das erste Szenario führte die Rettungskräfte am frühen Morgen in das Waldgebiet am Baunsberg. Dort erwartete sie ein Unfall mit zwei Waldarbeitern, von denen einer mit schwerwiegenden Verletzungen unter mehreren, den Hang herab gerutschten Baumstämmen eingeklemmt war. Ein weiterer Waldarbeiter hatte eine Pfählungsverletzung am Bauch und musste schonend gerettet werden.
Mit teils schwerem Gerät, ging die Feuerwehr vor um den Rettungsdienst in Sachen technischer Hilfe zu unterstützen. Neben der medizinischen Erstversorgung der beiden Patienten wurden von der Feuerwehr einige Baumstämme gesichert und hydraulisches Gerät eingesetzt um einen schweren Baumstamm anzuheben, der auf einem Patienten lag.
Das nächste Szenario führte die Retter zur Heilandskirche nach Altenritte. Dort war bei Wartungsarbeiten im Glockenturm ein Arbeiter von einer Leiter gestürzt. Mit schweren Beckenverletzungen musste er immobilisiert mit einer Beckenschlinge auf einem Spineboard, sicher und schonen über ein sehr enges Treppenhaus nach draußen in den Rettungswagen transportiert werden.
Nach den ersten beiden kraftaufwendigen Übungen konnten sich die Teilnehmer bei einem kleinen Mittagessen stärken.

Im Anschluss ging es weiter mit der nächsten Übung, einem Verkehrsunfall mit landwirtschaftlichem Gerät. Eine Person wurde zwischen einem Traktor und einem Anhänger eingeklemmt und erlitt schwerste Verletzungen. Der Fahrer des Traktors, der den Unfall auf Grund einer Unterzuckerung verursachte musste ebenfalls versorgt und psychisch betreut werden. Die Feuerwehr sicherte hierbei den Traktor und befreite die eingeklemmte Person.
Als Abschlussübung wurde ein Feuer auf einem Bauernhof simuliert. Das Anwesen wurde dazu verraucht, so das beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte dichter Qualm aus dem Gebäude drang.  Auf Grund der Sommerferien hielten sich zum Brandausbruch mehrere Kinder im Anwesen auf, die durch die Feuerwehr unter Einsatz von Atemschutz gerettet werden mussten. Weiterhin galt es den Brand zu löschen und die Einsatzstelle abzusichern. Die geretteten Kinder, die zum Teil geschminkte Verbrennungen aufwiesen wurden an den Rettungsdienst übergeben. Für diesen stellte die größere Verletztenanzahl eine hohe Herausforderung dar.
Alle Teilnehmer, sowie auch die Übungsleitung, Beobachter und Verletztendarsteller hatten viel Spaß und konnten gleichzeitig noch ihren Wissenshorizont erweitern. Neben der für die Rettungsdienstauszubildenden gewonnenen Erfahrung über die technischen Möglichkeiten und Führungsstrukturen der Feuerwehr, konnte auch die Feuerwehr einiges über die Arbeit des Rettungsdienstes in Erfahrung bringen, wie zum Beispiel der Umgang mit der Rolltrage und dem Spineboard. Dies hilft auch bei reellen Einsätzen, wenn Feuerwehr und Rettungsdienst Hand in Hand zusammen arbeiten müssen.

Nach der Abschlussbesprechung stärkten sich alle Teilnehmer und Helfer bei einem gemeinsamen Grillfest am Abend.

Mit neuer Energie und Motivation aber auch verbessertem Wissen, Verliesen alle am späten Abend das Feuerwehrhaus in Altenritte und wünschen sich im nächsten Jahr eine Wiederholung des Stationstrainings.